Beste Freundinnen – wo seid ihr nur?


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Ja ja, ein Baby verändert alles. Aber dass auch meine Freundschaften mit den Mädels, den Nicht-Mamis, leiden würden, war mir nicht klar. Darum lautet mein guter Vorsatz für’s Neue Jahr: Freundinnen anrufen, treffen, liebhaben.

Als ich schwanger war, hab ich immer gesagt: „Also ich treff mich auch mit Kind mit meinen Mädels. Ich will doch nicht immer nur mit anderen Muttis abhängen und nur über Babythemen reden….“ Joa. Hat nicht geklappt. Ich treff mich an durschnittlich fünf Tagen in der Woche mit anderen Muttis und deren Kindern. Meine besten Freundinnen habe ich mehr als sechs Monate nicht mehr gesehen; wir schreiben gelegentlich oder telefonieren mal. Das liegt aber nicht nur an mir. Glaube ich.

Es ist doch so: Wer in meinem Alter, also mit halbsiebzig, kein Kind hat, will entweder keins oder es klappt nicht. Beide Umstände sind nicht unbedingt dazu angetan, mit mir als Jung-Mami abzuhängen. Ich selbst bin ehrlicherweise auch unsicher, wie ich mich da verhalten soll. In den ersten Wochen und Monaten kamen natürlich alle zum Antrittsbesuch und versprachen, dass sie sich bald wieder melden und wir gemeinsam schieben gehen. Stattdessen gurkte ich ständig allein mit dem Kinderwagen durch den Park. Also schloss ich mich anderen Muttis an, die ich ohnehin u.a. beim Pekip kennen gelernt hatte. Ist ja auch schön, wenn man sich austauschen kann: Macht Dein Kind das auch? Was machst Du, wenn…? Habt Ihr schonmal versucht…?

So sind etliche neue Freundschaften entstanden. Und obwohl ich mich mit den Mamis sehr wohl fühle, vermisse ich meine Mädels. Die von früher. Die mein besoffenes Ich kennen und das junge auch.

Bei den Antrittsbesuchen und auch danach habe ich an mir ein komisches Verhalten beobachtet: Ich wollte unbedingt eine coole Mama-Schrägstrich-Freundin sein. Auch heute ist das manchmal noch so. Die Mädels wissen ja nicht, was sich in einem ändert, wenn man Mutter wird oder ist. Wenn zum Beispiel das Kind weint, etwas „erzählen“ möchte oder sonstwie Aufmerksamkeit braucht, bin ich als Mutter da. Innerlich rollen die Mädels da mit den Augen; ich weiß das, weil ich das früher auch gemacht habe, nach dem Motto: Jetzt lass Dich doch von dem Gör nicht so rumkommandieren. – Übrigens ein Satz, der mir so ähnlich auch mal gesagt wurde, als die Räubertochter sich beim Abendessen von meinem Teller bediente. Um mich mit meiner Freundin  in Ruhe weiter unterhalten zu können, ließ ich das geschehen. Gibt’s sonst nicht bei uns, aber ich finde, manchmal dürfen Regeln auch mal etwas großzügiger ausgelegt werden. Der Satz schmerzt noch heute. Auch, weil es mich nervt, dass jeder glaubt, bei Erziehungsfragen mitreden zu dürfen, nur weil er/sie selbst mal ein Kind war.

Was aber mein eigentlicher Punkt ist: Meine Mädels haben ihr altes Leben noch. Feiern gehen, spontan sein, Fulltime-Job, am Wochenende bis nachmittags schlafen, Kino, Museen, lange Urlaube. Das komplette Gegenteil von meinem derzeitigen Leben. Ein Kaffee am Nachmittag? Geht nur mit Kind. Feierabendbier? Muss ich erst mit dem Mann besprechen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass unsere Welten nicht mehr zusammen passen. Ich finde das wahnsinnig schade. Und weiß dabei nicht einmal, ob es den Mädels auch so geht. Werde ich vermisst? Oder rede ich nur noch über mein Kind und bin deshalb aussortiert?

Kennt Ihr das auch? Wie sind denn Eure Erfahrungen?

 

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