Done! Erste Hilfe für Babys und Kleinkinder


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Man kann noch so gut aufpassen, doch manchmal passiert’s einfach: Das Kind verletzt sich schwer, man muss schnell und vor allem richtig reagieren. Zur Vorbeugung und Vorbereitung gibt’s ganz tolle Erste-Hilfe-Kurse für Eltern.

Lange, bevor die Räubertochter auf der Welt war, haben wir so einen Kurs besucht. Die Hormone und ich wollten ganz sicher sein, für ALLES gewappnet zu sein. Dass dann doch alles ganz anders kam – geschenkt (so von wegen: Warten auf Wehen, Babygeschrei, Schlaftraining. Sachen halt, von denen man denkt: Passiert nur anderen).

Jedenfalls. Erste-Hilfe-Kurse. Werden – zumindest hier in Berlin – von vielen verschiedenen Organisationen angeboten, z.B. vom Roten Kreuz, den Johannitern, der Arbeiter-Samariter-Bund, von der Erste-Hilfe-Station sowie bei Erste Hilfe für Kleinkinder und Babys. Hier waren wir und haben einen Kurs bei Fünffachmama und Kinderkrankenschwester Regina Widera (60) besucht. Sie gibt die Kurse seit Oktober 2014 und sagt: „Die Schulungen richten sich auch an werdende Eltern, ebenso an Omas und Opas, Babysitter sowie Tagesmütter.“ Die meisten Eltern kommen, wenn die Kinder ein halbes Jahr oder älter sind – also wäre für uns quasi jetzt der Zeitpunkt; theoretisch. Denn: „In diesem Zeitraum wird bei den meisten zugefüttert“, so Regina Widera. „Und man fängt an, sich zu fragen: Was, wenn das Baby sich verschluckt? Wie verhalte ich mich da nur?“

Für alle Lebenslagen hat die Expertin einen Rat. Klar, sie hat ja selbst auch schon viel erlebt, was sie aber an vielen Stellen auch wahnsinnig entspannt macht. Super für Erstlings-Eltern wie uns!

Insgesamt haben uns Örtlichkeit, Terminierung, Kursdauer (5 Stunden mit Pause) und Preis-Leistung am meisten zugesagt. Inhaltlich unterscheiden sich die Anbieter aber nur wenig, soweit ich das sehen kann. Man lernt immer eine Wiederbelebung bei Baby und Kleinkind, welche Pflanzen giftig sind, wie man sich bei Verbrennungen oder Verätzungen verhält.

Das sind auch mit die Top-Themen, die Eltern am meisten interessieren. Laut Regina Widera sind folgende Gefahren diejenigen, über die man wirklich Bescheid wissen sollte und zu denen es die meisten Nachfragen gibt:

  • Verschlucken – „Kinder können sich nicht nur am Essen verschlucken, sie nehmen ja alles mögliche in den Mund. Es kam schon vor, dass ein Kleinkind eine Reißzwecke hinuter geschluckt hat…“ In solch einem Fall: Kein Erbrechen erzwingen!
  • Ertrinken – „Selbst für Zweijährige ist die Badewanne noch eine Gefahr. Deshalb: Kinder nie unbeaufsichtigt lassen, auch nicht kurz!“
  • Bienen-/Wespenstiche
  • Pseudo-Krupp
  • Platz- und Schürfwunden
  • Brech-Durchfall
  • Vergiftungen – „Es ist sinnvoll, stets die Nummer des Giftnotrufs bzw. der Vergiftungszentrale parat zu haben!“
  • Verbrühungen
  • plötzlicher Kindstod – „Das beschäftigt die meisten Eltern massiv, dabei ist das Risiko minimal, ganz gebsonders, wenn man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen trifft. Aber laut Erhebungen aus dem Jahr 2014 sterben nur 0,0178 Prozent der Kinder in Deutschland am plötzlichen Kindstod!“

Die Expertin hat uns zudem gezeigt, dass das Schienen eines Bruches auch mit einer Zeitschrift geht. Einfach Magazin um den Arm rollen, fixieren, fertig. So verschlimmert das Kind den Bruch zumindest erstmal nicht.

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Bei unserem Kurs gab es am Ende auch pro Person eine Info-Broschüre (Beitragsbild und Illustration oben), in der alle wichtigen Fakten zusammen gefasst sind – von A wie Austrocknung über O wie Ohnmacht bis hin zu Z wie Zeckenbiss. Bislang haben wir das Heftchen noch nicht gebraucht, tok-tok-tok. Aber ich habe es immer in Griffnähe und blätter ab und zu mal durch.

Dass wir den Kurs schon vor der Geburt der Räubertochter besucht haben, findet Expertin Widera sinnvoll: „So sind die werdenden Eltern vorbereitet. Sie wissen, was schlimmstenfalls passieren kann und wie man dann richtig handelt. Es ist einfach gut, wenn man das alles mal gehört hat – es sensibiliert.“ Außerdem sind Schwangere (und ihre Partner) aufmerksame(re) Zuhörer – sie müssen wahrend des Kurses ja kein (Klein-)Kind beaufsichtigen.

 

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