Throwback Thursday: Fass! Mich! Nicht! An!


bildschirmfoto-2016-09-26-um-14-51-47

Ich hab’s versucht zu verstehen, bin aber gescheitert. Wieso fassen fremde Menschen (m)einen Babybauch an?

Anfangs war ich ja noch geschmeichelt, wenn Leute mir den wachsenden Babybauch streichelten. Aber mit der Zeit ging’s mir echt auf die Eier. Vor allem, wenn es Fremde waren. Ich mein, ist ja nett, dass man sich nach meinem bzw. unserem Befinden erkundigte (wobei man auch diese Nachfragen schnell als lästig empfindet!), aber wieso zur Hölle, müssen die dann auch noch den Babybauch anfassen? Einmal streichelte mir eine Frau – natürlich ungefragt – über den Bauch und sagte: „Bringt Glück!“ Und ich dachte so:


„Erstens: Wem denn? Und zweitens: Bin ich ein verdammter Buddha?“ Schrei. Kreisch. Nerv.

Leider hab ich’s nie fertig gebracht, einfach zu sagen: Ich möchte das nicht. Meistens war ich so mit Fremdschämen beschäftigt, dass diese Menschen sich ihrer Grenzüberschreitung nicht bewußt waren, dass ich schlechterdings nicht reagieren konnte. Doof eigentlich. Ich habe mir dann ein Bauchband gekauft, auf dem stand #keinstreichelzoo. Ich will nicht behaupten, dass es geholfen hat, aber zumindest hat mich niemand befindert, wenn ich es trug. Ob da ein Zusammenhang besteht? Keine Ahnung.

Die Tatscherei setzte sich übrigens später fort, als die Räubertochter auf der Welt war. Da streichelten die Menschen, meist sind es Senioren, einfach so über ihre Wange, fassten in den Kinderwagen oder griffen zu, wenn wir – der Mann oder ich – sie in der Trage hatten. Ja ja, ich weiß, sie ist süß, aber wieso muss man das arme Kind denn anfassen? Mach ich doch auch nicht! „Och, Omchen, das sind aber niedliche Falten. Wird das Gesicht glatt, wenn ich dran ziehe?“

Ist doch ohne Worte, oder!? Ist Euch das auch passiert? Wie habt Ihr reagiert? Oder: Wie sollte man da reagieren?

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *