Trial and Error


P1050231

Wir haben Baby-led Weaning wochenlang praktiziert, aber dann ziemlich entnervt abgebrochen. Schade eigentlich.

Wie so viele Eltern wollten der Mann und ich alles richtig machen: Die Zeichen unseres Babys deuten; ihm die Möglichkeit geben, sich quasi selbstbestimmt zu entleeren auch auch beim Essenlernen möglichst frei zu agieren. Also erschien uns die Methode des Baby-led Weaning (BLW) perfekt. Keine Brei-„Zwangsernährung“. Tolles Konzept, aber für uns leider nur bedingt alltagstauglich.

Und das kam so: Wochenlang haben wir BLW praktiziert. Morgens, mittags, abends. Da die Räubertochter dabei – erwartungsgemäß – nicht genug aß, um wirklich satt zu werden, habe ich sie nebenher und somit voll gestillt. Bis zum neunten Monat. Dann rückte die Zeit näher, da ich wieder arbeiten gehen musste. Der Mann und ich hatten verabredet, dass er nach zwei Monaten gemeinsamer Elternzeit rund um den halben Geburtstags des Kindes herum, zum Ende hin noch einmal zwei Monate nehmen würde. Ich wollte also ab dem zehnten Monat wieder arbeiten gehen, worauf ich mich sehr freute. Weniger schön war der Fakt, dass auch nach knapp vier Monaten BLW kein Fortschritt in Sachen autarker Ernährung beim Baby erkennbar war. Die Räubertochter knabberte hier, lutschte da, versuchte alles ein bisschen. Aber satt werden? No way. Das lief nur über die Milchbar!

Zwei Wochen vor meinem Job-Restart mussten wir also nolens volens auf Püree umsteigen. Gläschen. Und Selbstgemachtes. Fand das Kind ziemlich geil. Schnute auf, Löffel rein, mjam-mjam. Nochmal! Und nochmal. Und so weiter und so fort. Wir haben auch versucht, ihr weniger fein pürierte Nahrung anzubieten – hat sie alles ausgespuckt. Und sich geschüttelt. Ich empfinde das bis heute als wahnsinnigen Rückschritt. Aber was will man machen? Gelassen bleiben. What else?

Auch nach mehr als einem Viertel Jahr macht das Kind keinerlei Anstalten, den Löffel selbst zu führen. Sie lässt sich gern füttern. Gleichwohl nimmt sie Banane, Butterstulle, Weintrauben, Laugenbrezel und dergleichen mehr in die Hand, um selbst zu essen. Kannste nur zugucken und dich wundern.

Fazit!? Baby-led Weaning funktioniert nur, wenn man wirklich genug Zeit hat. Ich wusste ja, dass es lang dauert. Aber soooo lange?!? Das hat mich überrascht. Muttis, die also (frühzeitig) wieder arbeiten gehen, sollten vielleicht nach einem anderen Weg suchen. Ich für meinen Teil baue jetzt auf unsere Kindergarten-HeldInnen, die der Räubertochter das Essen beibringen.

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *